VdK-Umfrage: Geringes Vertrauen in Pflegesystem
04.03.2026 - Eine vom Sozialverband VdK Deutschland beauftragte Erhebung zeigt: Nur 30 % der Menschen in Deutschland glauben an sichere Pflege im Alter, 55 % zweifeln. 82 % sehen den Staat in der Pflicht. Der VdK warnt: Kürzungen in der Pflege gehen an den Erwartungen vorbei.
Die Sorge um die eigene Pflege im Alter wächst in Deutschland, wie die aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des VdK belegt. Nur ein knappes Drittel der Befragten hält es für wahrscheinlich, im Pflegefall ausreichend versorgt zu werden. Mehr als die Hälfte glaubt hingegen, dass ihre Pflege in Zukunft eher nicht gewährleistet sein werde. Der VdK hält das für ein alarmierendes Signal.
Die meisten Befragten sehen vor allem den Staat in der Verantwortung. 82 Prozent schreiben ihm eine große oder sehr große Rolle bei der Sicherstellung der Pflege zu. Zwar erkennen viele auch eine Mitverantwortung (72 Prozent sehen jede Person selbst in der Pflicht, vorzusorgen; 59 Prozent nennen Familie oder Angehörige als Verantwortliche). Doch für die Mehrheit steht fest: Ohne starke staatliche Absicherung wird es nicht gehen.
Vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse übt der Sozialverband VdK deutliche Kritik an aktuellen Reformvorschlägen in der Pflegepolitik, denn diese würden umfassende Leistungskürzungen mit sich bringen – insbesondere in der häuslichen Pflege. Gerade dort aber finde ein Großteil der Pflege in Deutschland statt. Statt Einschnitten fordert der VdK eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung.
VdK-Präsidentin Verena Bentele betont: „Die Menschen erwarten eine starke staatliche Absicherung und vertrauen nicht darauf, dass in erster Linie Familie oder Angehörige die Pflege gewährleisten. Der Staat muss mehr Verantwortung übernehmen, statt sich zurückzuziehen. Die aktuellen Kürzungsideen widersprechen der Lebensrealität der Menschen völlig.“
Ein zentraler Vorschlag des Sozialverbands VdK dazu: Pflege soll zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden. Städte und Gemeinden seien nah an den Menschen, würden die lokalen Bedarfe kennen und passgenaue Lösungen entwickeln können. Dadurch entstünde Handlungsdruck vor Ort – und weniger Abhängigkeit von einzelnen Leistungserbringern.
Die Sicht des VdK: Es brauche keine Kürzungen, sondern eine strukturelle Stärkung der Pflegeinfrastruktur.
Quelle: vdk.de
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