Trendbarometer: Stimmung in der Pflege bleibt angespannt


10.06.2024 - Der vierte "Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswesen" liegt vor. Er zeigt: Die Stimmung zur wirtschaftlichen Lage hat sich zwar nicht noch weiter verschlechtert, bleibt jedoch nach wie vor angespannt.

SCHLAGLICHTER AUF DIE ERGEBNISSE

Prognose in den nächsten sechs Monaten:51,4 Prozent der Unternehmen schätzen ihre wirtschaftliche Lage als "angespannt" oder "etwas angespannt" ein. Beim dritten Trendbarometer (August bis Oktober 2023) lag dieser Wert noch bei über 80 Prozent.

Schätzung Jahresergebnis 2024: 54,3 Prozent erwarten für 2024 einen Jahresüberschuss, 45,7 Prozent ein Defizit.

Schätzung Jahresergebnis 2023: Im vergangenen Jahr haben 46,4 Prozent einen Überschuss erwartet, tatsächlich wurde er von 60 Prozent erzielt. Beim Defizit sieht es ähnlich aus: 53,6 Prozent hatten es erwartet, bei 40 Prozent trat das Defizit auch ein.

Die größten Herausforderungen für die wirtschaftliche Situation liegen nach Meinung der Befragten im Fachkräftemangel (73 Prozent), in den Verhandlungen mit den Kostenträgern (59,5 Prozent) und im Belegungsrückgang wegen Personalmangels (43,2 Prozent).

Geschätzte Steigerung des zu verhandelnden Vergütungssatzes: Eine über sechsprozentige Steigerung erwarten 84,2 Prozent der Unternehmen in der stationären Pflege, 57,1 Prozent in der ambulanten Pflege und 66,7 Prozent in der Eingliederungshilfe. 42,9 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Praxen erwarten dagegen gar keine Steigerung.

Belastungen durch gesetzlichen Reformprozesse: 66,7 Prozent der Unternehmen sehen sich besonders durch das PUEG, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, die Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit und das Energieeffizienzgesetz gefordert. Für die Hälfte der Unternehmen trifft das beim Bundesteilhabegesetz und beim Digitalgesetz zu. Je nach Gesetzesform mussten zwischen 32 und 58 Prozent der Befragten für die Umsetzung zusätzliches Personal einstellen.

Auswirkungen des PeBeM in der stationären Pflege: 65,2 Prozent benannten den Mangel einjährig qualifizierter Mitarbeitender, 47,8 Prozent fehlten Kapazitäten in der Organisationsentwicklung, 30,4 Prozent sehen die Fachkraftquote nicht außer Kraft gesetzt.

Berichtspflichten gemäß CSRD gelten ab 2025 für gut die Hälfte der Befragten. 67,7 Prozent der Befragten sieht dringenden Bedarf an Finanzmitteln für Nachhaltigkeitsmaßnahmen.

Hauptfokus der Investitionen 2024: Personal (94,3 Prozent), Digitalisierung (62,9 Prozent) und Immobilien (57,1 Prozent).

HINTERGRUND

Auch der vierte Trendbarometer wurde wieder von der SozialGestaltung, einer Tochter der Sozialbank, vorgelegt. Dieses Instrument bildet regelmäßig die Stimmung der Sozial- und Gesundheitsunternehmen im Hinblick auf die wirtschaftliche Gesamtsituation, die steigenden Personalkosten und die anstehenden Herausforderungen ab.

Befragt werden dafür ausgewählte Vertreter*innen freigemeinnütziger, privat-gewerblicher und öffentlicher Einrichtungen und Organisationen aus der stationären und ambulanten Pflege, Krankenhäusern, Vorsorge und Rehabilitation, Eingliederungshilfe etc. Die vierte Befragung wurde vom 4. April bis 5. Mai 2024 durchgeführt.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt vom Titelbild des vierten Trendbarometers.

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